Rückblende auf 75 Jahre Skiclub Rothaus

Rund 30 Jahre nach den ersten Skipionieren hatte in einer Zeit  wirtschaftlichen Aufschwungs noch vor der katastrophalen  Weltwirtschaftskrise die Freude am Skilauf auch in unserer engeren  Heimat immer mehr Freunde gewonnen.

So war es keine überraschung, dass der Ski-Club Rothaus bei seiner  Gründung am 23. Dezember 1928 im Kurhaus Rothaus gleich 29 Mitglieder  zählte. Max Jäger, der damalige Direktor der Badischen Staatsbrauerei  Rothaus hatte zur Gründungsversammlung eingeladen. In den ersten  Vorstand wurden Prokurist
J. Wild zum 1. Vorsitzenden, Braumeister  A. Schätzle zum 2. Vorsitzenden, Buchhalter C. Buselmaier zum  Schriftührer, O. Sütterlin zum Kassierer und Direktor Jäger, Hotelier  Winter und Malermeister Kaiser als Beisitzer gewählt. Als Sportwarte  wurden Förster Böhler für Rothaus und Hauptlehrer Maier für Grafenhausen berufen. Patenschaft bei der Neugründung standen vier Mitglieder des SC Schluchsee: H. Härtenstein, K. Jehle, J. Böhler und Artur Kaiser. Das  Protokollbuch über die Anä¤nge der Vereinsgeschichte ist leider verloren gegangen. (Vielleicht wissen Sie etwas über den Verbleib dieses  Buches???).

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Logo von 1959

Der junge Verein setzte sich das Ziel, den Skilauf in Rothaus und  Grafenhausen besonders unter den Kindern und der Jugend planmäßig zu  fördern. In jedem Winter wurden Kinderskifeste und  Vereinsmeisterschaften in den verschiedenen Disziplinen durchgeführt. Schon 1935 wurden Schneeschuhe (Langlaufski) für Kinder und Jugendliche  finanziert. Dank vieler Spender und Gönner war dies über viele Jahrzehnte hinweg immer wieder möglich. Diese Holzski musste der  Verein rechtzeitig in Sammelbestellungen bei den wenigen Handwerksbetrieben  der Umgebung bestellen. Ein Lernski kostete damals 6,50 DM und die Alpina-Auslese für Anspruchsvolle 16,50 DM!


Stellvertretend für die  vielen Helfer und Förderer des Skiclubs Rothaus vor dem Kriege sollen  genannt werden: J. Wild, der den Ski-Club bis 1938 als 1. Vorsitzender  führte, Direktor Jäger als Ratgeber und Dr. Mauthe als großzügiger  Gönner. Nicht vergessen werden darf Förster Böhler, der vor und nach dem Kriege bis zu seinem tragischen Tode 1954 als Sport- und Lehrwart der  Jugend wirkte und viele Skiwettkämpfe organisierte.


Das rege  Vereinsleben und die sportlichen Aktivitäten gerieten Ende der dreißiger Jahre immer mehr unter die Fuchtel der NSDAP. 1937 wurden die Vereine  in einem Schreiben auf die Anrede „Kamerad“, den Ruf €žSieg Heil bei geselligen Veranstaltungen und Heil Hitler als Gruß und bei Unterschriften hingewiesen.

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Stempel von 1960

1938 und 1939 wurde dann mit den so genannten Glockenleerungen für die Deutsche Sporthilfe begonnen. Dabei wurde in zum Teil recht scharfer  Form darauf hingewiesen, wenn zu wenig Geld in der Glocke war. Mitte des 2. Weltkrieges kam das Vereinsleben dann (fast) völlig zum Erliegen.  1941 drohte dem Skiclub wegen Zahlungsrückständen die Zwangsauflösung.  Ein Schreiben von Hauptlehrer Hermann Bosch, in dem darauf hingewiesen  wurde, dass 80% der Mitglieder bei den Waffen seien und keine Beiträge  mehr eingezogen werden könnten, war für den Reichsbund für  Leibesübungen, dem alle Vereine unterstellt waren, wohl überzeugend,  um von einer Auflösung abzusehen.Leider kehrten viele Skikameraden nicht  wieder aus dem Krieg zurück.
Mit Kriegsende 1945 wurde der Verein wie alle anderen aufgelöst.
Doch schon bald fanden sich die Freunde des weißen Sports wieder zusammen,  zunächst als Skiabteilung im Sportverein Grafenhausen. Sobald es die  politischen Verhältnisse wieder erlaubten, setzten sich vor allem  Förster Böhler und Lehrer Bosch aus Dürrenbühl für eine Wiedergründung  des Skiclubs ein. Ohne Genehmigung der amtierenden französischen  Militärregierung wurde der Verein schon am 29. Januar 1949  wiedergegründet und erst nach einem monatelangen Genehmigungsverfahren,  unter anderem mit einer Satzung in französischer Sprache, offiziell  anerkannt.

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Stempel von 1962

Bei der offiziellen Wiedergründungsfeier, am 28. Mai 1949 im Kurhaus  Rothaus waren 35 Personen anwesend. Sie wählten Förster Böhler zum 1.  Vorsitzenden. Hinzu kamen: Hermann Bosch als 2. Vorsitzender und  Jugendwart, Alfons Häring als Kassierer und Erwin Gut als Schriftführer. Schon 1949 startete der Skiclub wieder mit vollem Programm und der  Skiball wurde wieder gefeiert!
Auch der Skikauf für Kinder und  Jugendliche wurde wieder aufgenommen. In einem Schreiben von 1954 ist  davon die Rede, dass mit der Beschaffung von Schneeschuhen den Kindern  von Dürrenbühl
1. der Schulbesuch in schneereichen Wintern ermöglicht und


2. die körperlichen Ertüchtigung der Kinder gefärdert wird.

Im gleichen Jahr wird die Gemeinde darum gebeten, 20 Paar Ski aus der  Gemeindekasse zu beschaffen und einen Skilehrer einzustellen; der  Skiclub wurde dann die weitere skisportliche Ausbildung übernehmen. Mit  dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Währungsreform entwickelte sich der Skilauf immer mehr zu einem Volkssport. So fand die Tätigkeit des Skiclubs nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Gästen starke Beachtung.

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Logo um 1966

Als im Jahre 1954 unter dem Vorsitzenden Direktor Nägele das 25 jährige  Jubiläum gefeiert werden konnte, hatte der Verein weit über hundert  aktive und passive Mitglieder.

Auch damals hatte der Verein schon mit dem Wetter zu kämpfen und so musste 1954 der Bezirksstaffellauf zum Jubiläum ausfallen. Er konnte dann 1955  nachgeholt werden.
1960 hielt die Technik Einzug. Es wurden 2  Feldfernsprecher beschafft, um die Kommunikation bei Veranstaltungen zu  verbessern. Seit den sechziger Jahren wurde das Winterprogramm ständig erweitert. 1966 hatte der Verein bereits 300  Mitglieder! Am 06. 01. 1967 konnte die Einweihung eines Tellerliftes (!) in Brünlisbach gefeiert werden. Dieser förderte den Skisport vor allem  im alpinen Bereich. Er bot den Aktiven erweiterte  Trainingsmöglichkeiten, und Schulklassen benutzten ihn, Dank der  großgigen Gemeinde, kostenlos im Sportunterricht. Die Mitgliederzahl  erreichte mit 414 Mitgliedern in dieser Zeit ihren Höchststand.

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Logo von 1967

Mitverantwortlich hierfür war sicher auch, dass die Liftbenutzung für Skiclubmitglieder  günstiger war. 1969 fanden die Bezirksschülermeisterschaften und ein  Mannschaftsriesentorlauf statt. Schülertestrennen, Seniorenläufe, Vereinstourenwettbewerbe, Gäste- und Volksläufe wurden immer wieder durchgeführt. Ab Februar 1973 war in Brünlisbach sogar Flutlichtfahren  möglich.
Der Langlauf Rund um Rothaus wurde erstmals 1969  ausgetragen und das "Bierfäßerennen" erstmals 1975 erwähnt. Daran  nahmen alljährlich Läufer aus weitem Umkreis teil. Es waren so bekannte  Läufer wie Georg Zipfel und Georg Hettich am Start. In der  Vorstandschaft wurde immer wieder darüber diskutiert, diese  Traditionsveranstaltungen wieder aufleben zulassen. Das Hauptproblem  liegt bei der immer ungünstiger werdenden Schneewetterlage, die eine  regelmäßige Ausrichtung  mit guten Läufern  fast unmöglich macht.

Auch Volkswanderungen mit über 200 Teil-nehmern wurden in den 70er Jahren  durc-geführt. Um die Kleinen möglichst fü¼h im Skilauf zu unterweisen,  erwarb der Ski-Club 1976 einen tragbaren Babylift, der erstmals am  25.1.1976 bei der Scharfrichte eingesetzt wurde. Seither lief er bei  ausreichender Schneelage jeden Winter und war vor allem bei den  Anfängern sehr beliebt. Leider hat im Jahre 2001 auch der zweite, 1993  angeschaffte tragbare Lift, sein Leben ausgehaucht.

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Logo um 1968

Ein neuer Kleinlift würde etwa 25.000 Euro kosten! Dies übersteigt die Mittel des Skiclubs im Moment bei weitem.
Führten schon viele Aktive seit Anfang der siebziger Jahre ein Trockentraining  in der Dürrenbühler Gymnastikhalle durch, so konnte der Ski-Club nach  Fertigstellung der Sporthalle 1975 das Angebot für seine Mitglieder  erweitern. Sportgeräte wurden beschafft und regelmäßig Trainingsabende  für alt und jung angeboten. Über die Wintermonate hinaus diente das  Training der körperlichen Fitness und der Vorbereitung auf die  Wintersaison. Der in den 70er Jahren beginnende Langlaufboom lief auch  Dank der Aktivität des Skiclubs nicht an der Gemeinde Grafenhausen  vorbei. Zwar scheiterte 1977 der Plan, im schneesicheren Balzhausen eine Nachtloipe einzurichten, an finanziellen Erwägungen. Dafür wurde im  gleichen Jahr unter erheblichen finanziellen Opfern und mit einem  Zuschuss der Gemeinde für über 12.000 DM ein Loipen-
spurgerät  angeschafft. Der Einsatz lohnte sich jedoch, denn schon bald galt die  zwischen Grafenhausen, Rothaus und Balzhausen herrlich gelegene  Balzhauser Loipe als Geheimtipp und ist es, bei ausreichender  Schneelage, auch heute noch. Bereits nach wenigen Jahren (1981) wurde  das Gerät jedoch wieder verkauft, da die Unterhaltungskosten enorm hoch  waren. Gleichzeitig wurde von der Gemeinde Grafenhausen ein neues  moderneres Gerät beschafft.
Aus dem Vereinsleben und dem örtlichen  Veranstaltungs-Kalender war der Ski-Ball im Kurhaus Rothaus (siehe  Sonderseite) nicht wegzudenken, lockte er doch seit der Vereinsgründung  (bis 1985) jedes Jahr Skisportler und Narren von nah und fern an.  Besonders in den fünfziger und sechziger Jahren war der Rothauser  Ski-Ball das fastnächtliche Ereignis.
Anfang der 80er Jahre wurde für mehrere Jahre ein Volksskilauf durchgeführt.
Es finden, sofern es die Schneelage erlaubt, immer noch Skikurse mit bis  zu 110 Teilnehmern (2000/01) statt. Auch am Dorffest nimmt der Verein  regelmäßig teil. Der närrische Skilauf war in den 80er und 90er Jahren  regelmäßiger Bestandteil des Jahresprogramms.

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Logo seit 1969

Ende der 80er Jahre wurden Skiroller und Kippstangen sowie eine Videokamera  für das Skitraining beschafft. Von 1992 bis 1996 bestand eine  Tischtennisabteilung. 1994 wurden Jacken und Sweatshirts mit dem  Skiclubemblem beschafft und durch den Skiclub bezuschusst. Sogar der  Gemeinderat von Grafenhausen trat mit diesen Jacken schon bei  Veranstaltungen in Erscheinung. 1997 und 1998 wurden Mountainbike Touren angeboten, die jedoch mangels Interesse wieder aufgegeben werden  mussten.Erstmals wurde 1999 ein Snowboardkurs angeboten, der mit 30  Teilnehmern sehr gut angenommen wurde.
Seit 2001 ist der Skiclub mit  einer eigenen Homepage unter www.SC-Rothaus.de im Internet vertreten. Im gleichen Jahr wurde auch der erste „Internationale Schlüchtseelauf“  durchgeführt. Im zweiten Jahr nahmen schon 256 Läufer und Läuferinnen an diesem Lauf, der gleichzeitig der 2. Lauf des Hochschwarzwälder Rothaus Läufercups ist, teil. Wir hoffen, dass dieser Lauf wieder ein neues  „Zugpferd“ für den Skiclub wird, da diese Laufveranstaltung weitgehend  „wetterunabhängig“ ist.
Im Jahr 2001 wurde beschlossen, den alpinen  und nordischen Bereich zwischen den Skiclubs Schönenbach und Rothaus  aufzuteilen. Der Skiclub Rothaus übernahm den alpinen Bereich und  Schönenbach den nordischen Bereich. Wir erhoffen uns dadurch eine  bessere Förderung im Kinder- und Jugendbereich. Immer mehr werden die  Vereinsaktivitäten durch ungünstige Wetterlagen beeinträchtigt. Eine  vorausschauende Planung ist heute nicht mehr möglich. So gab es zum  Beispiel zwischen 1989 und 1992, sowie 1996 und 1997 und seit 2000 keine Meisterschaften mehr im alpinen Bereich!
2002 wurden beim Kinderskifest und den Vereinsmeisterschaften erstmals Snowboardsiegerinnen ermittelt.
Zudem wird das Freizeitangebot immer größer, so dass es immer schwieriger  wird, genügend Mitarbeiter für die Vereinsaktivitäten zu finden.
Wir hoffen, dass es auch weiterhin möglich sein wird, Kinder und  Jugendliche im Skifahren auszubilden und den Spaß an dieser tollen  Freizeitbeschäftigung in der Natur zu fördern. Darüber hinaus sollte  angesichts der unsicheren Schnee-verhältnisse nach anderen Aktivitäten  und Standbeinen gesucht werden.
Der Rückblick auf 75 Jahre Skiclub  Rothaus soll abschließen mit einem Dank an alle, die den Verein während  dieser langen Zeit aktiv und passiv unterstützt haben. Auch der Gemeinde Grafenhausen mit ihren Bauhofmitarbeitern und unseren Sponsoren gilt  unser herzlicher Dank. Ohne diese Unterstützung wären viele  Veranstaltungen nicht möglich gewesen.
Wir hoffen und wünschen, dass Sie den Skiclub Rothaus auch weiterhin fördern und unterstützen.

Vielen Dank schon im Voraus dafür

Ihr Skiclub Rothaus

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